Kommentar zu Emma

In der „Emma“ vom 28. April 2021 schreibt Chantal Louis über das Thema Genderdysphorie und Transsexualität „Zwischen Dysphorie & Rollenbruch“.

Ausgehend vom Antrag der Grünen, das „Transsexuellengesetz“ von 1980 durch ein „Selbstbestimmungsgesetz“ zu ersetzen, wird hier in einem Ton der Lächerlichmachung kritisiert, dass Menschen sich zu einfach ihr „richtiges“ Geschlecht beim Standesamt abholen könnten. Und zwar völlig beliebig. Ein halbes Jahr so, das nächste halbe Jahr wieder so.

Dazu gab es auch einen Instagramfeed: „In der aktuellen Mai/Juni-EMMA: Ein Überblick über die europäische Trans-Debatte. Auch in Deutschland soll per Gesetz der Geschlechterwechsel via „Sprechakt“ erlaubt werden. Wo es hinführt, wenn Männer einfach Frauen werden können… In Deutschland beginnt die Debatte erst und wird wohl nach den Wahlen Fahrt aufnehmen. In England und Schweden konnten solche Gesetze verhindert werden.“

Hier gab es zahlreiche Kommentare und Diskussionen. Auch ich habe mich dabei beteiligt. Mein Post lautete ungefähr so:

„Wo liegt für Feminist*innen das Problem, trans Frauen nicht auch zu den Frauen zu zählen und sie ebenfalls gegen patriarchalische Anfeindungen zu verteidigen?“

[Ich kann mich an den genauen Wortlaut meiner Frage deshalb nicht erinnern, da Instagram den Post von Emma gelöscht hat. Das Feedfoto zeigte eine weibliche Brustwarze. Emma wiederholte den Feed dann mit einer leicht verpixelten Brustregion. Die Diskussionen waren damit leider alle mitgelöscht.]

Als Antwort auf meine Frage kam lediglich die Gegenfrage, wie ich eine Frau definieren würde. Der Tenor war dann, dass trans Frauen eben nicht zu den Frauen gehören. Mein Einwand, dass sie als Frauen, die sie sein wollen, auch dieselben Nachteile haben würden, wurde damit abgetan, dass diese Menschen eben männlich sozialisiert seien und Probleme wie Beschneidung, Vergewaltigung und ähnliches eben nicht hätten.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es Feminist*innen nicht schaden könne, wenn sie sich für die Rechte aller Frauen einsetzen und damit die winzige Gruppe der Transfrauen mit unter ihr Dach nehmen würden. Ich bin erschüttert, dass das offensichtlich nicht gewollt ist. Ich ging bislang davon aus, dass Frauenrechtler*innen im Grunde für Menschenrechte kämpfen. Die Ent-Täuschung macht mir zu schaffen. Vor allem, da ich mich selbst zu den nicht binären Menschen zähle. Wer würde da wohl für meine Rechte kämpfen? Emma würde jetzt sagen: „Na wir, denn du hast ja weibliche Genitalien!“

Danke sehr. Gerade die sehe ich nicht als identitätsstiftend an.


Wie ich jetzt bei der Recherche zu diesem Post lernen musste, hat nicht nur Emma ein Problem mit trans Personen:

„Auch innerhalb der feministischen Bewegung sind TERF eigentlich eher ein Randphänomen. Doch beim diesjährigen LFT sind beispielsweise die LGB-Alliance und die Women’s Human Rights Campaign prominent vertreten. Die beiden Organisationen setzen sich aktiv gegen die Rechte von trans Personen ein und machen in Deutschland etwa gegen das Selbstbestimmungsgesetz mobil.“ ggg.at


Quellen:

Emma: Zwischen Dysphorie & Rollenbruch

Deutscher Bundestag: „Selbstbestimmungsgesetz“ vorgelegt

Transfeindlich? Lesbentreffen in der Kritik

TERF = „Trans-Exclusionary Radical Feminism“ – Trans-ausschließender radikaler Feminismus

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